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Community

Wörtlich Gemeinschaft, Gemeinde. Auch: Virtual Community, Online-Community, Cyber-Community.

Eine Community ist eine Gruppe von Menschen mit gemeinsamen Interessen, die sich online treffen und Informationen miteinander austauschen.

Ein wichtiges Merkmal einer Community ist die Interaktion und Kommunikation mit anderen Community-Mitgliedern in Diskussionsforen (Forum), Mailinglisten und Chat.

Communities sind unter mehreren Aspekten für das E-Business interessant:

  • Eigenständiges Community-basiertes Geschäftsmodell; Finanzierung durch Dritte (Werbung, Sponsoring, Provisionen für in der Community angebotene Produkte oder Leistungen) oder durch die Mitglieder (Mitgliedsbeiträge).
  • Community als Marketing- und Service-Instrument: Erhöhung der Kundenbindung, Einsatz im CRM, Möglichkeit für Intenet-basierte Dienstleistungen.
  • Marktforschung: In Communities äußern Kunden ihre Vorstellungen und Erwartungen an Produkte; über ein Profiling-System ist auch eine automatisierte Erfassung von Interessengebieten und demografischen Daten möglich (Online-Marktforschung).
  • Communities als Interessengemeinschaften ohne kommerzielle Zielsetzung: Das Internet bietet neue Möglichkeiten für die Kunden, sich miteinander auszutauschen und sich zu organisieren (Cluetrain-Manifest). Das Marketing muss solche Community-Effekte ins Kalkül ziehen und sich ggf. aktiv damit auseinandersetzen.
  • Handel mit Waren oder Diensleistungen (Business-Community, Marktplatz).
  • Collaboration: Communities sind auch die Basis von Systemen, bei denen Menschen über das Internet zusammenarbeiten, z. B. in Form von Learning-Communities oder Knowledge-Communities.

Beim Aufbau einer Community geht es nicht nur darum, die technische Infrastruktur bereitzustellen, sondern es muss auch der Informationsaustausch in Gang gebracht werden. Dafür benötigt eine Community eine Mindestanzahl aktiver Teilnehmer (kritische Masse), durch die die Community am Leben erhalten wird. Der Aufbau einer Community erfordert damit insbesondere auch die Berücksichtigung sozialer Aspekte.

Beispiele: Metropolis (offene Community, werbefinanziert), Baunetz (Business-Community), webgrrls (Community of Practice, Interessengemeinschaft), smart-forum (herstellerunabhängige Interessengemeinschaft), Puschkin (Marketing), Yahoo!Groups und Domeus (Community-Plattformen zur Einrichtung von Mailinglisten und Foren).

Produkte und Dienstleistungen: Zum Aufbau von Websites mit Community-Funktionen gibt es eine große Bandbreite von Angeboten, von kostenloser Open-Source Software über umfassende integrierte Lösungen bis zu Full-Service-Angeboten von Dienstleistern. Beispiele aus dem deutschen Markt: blaxxun, Cassiopeia, ECOMDA, EXITEC, webfair.

Fazit

Community-Funktionen sind ein wichtiges Element für viele Internet-Auftritte, da sie den Besuchern ermöglichen, miteinander und mit dem Betreiber einer Website in Kontakt zu kommen. Damit wird die Community zu einem wichtigen Instrument des Marketing und des CRM.

Eine konsequente Umsetzung des Community-Modells ist allerdings aufwendig und erfordert ein klares Commitment des Betreibers und eine entsprechende Personalausstattung (Community-Manager, Moderatoren).

Soll eine Community als Geschäftsmodell betrieben werden, ist ein klares Finanzierungskonzept wichtig; dabei kommt neben der Finanzierung durch Dritte über Werbung, Sponsoring oder Provisionen auch eine Finanzierung durch die Mitglieder selbst in Betracht.

Weiterführende Informationen: Brunold 2000, "www.cyber-communities.de"; Hagel 1997, "Net Gain"; Kim 2000, "Community Building"; Pawlowitz 2001, "Kunden gewinnen und binden mit Online-Communitys"; Schmitt 2000, "Knowledge Communities"; www.cybercommunities.de.

(Helmut Merz)

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Letzte Änderung:
2003-05-29
Dr. Helmut Merz
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